Eine hohe Beratungsqualität und -kompetenz wurde von den Apothekern gegen die drohende Öffnung des Apothekenmarktes als Hauptargument ins Feld geführt. Nur so könne die hochwertige und sichere Betreuung und Versorgung der Bevölkerung weiterhin gewährleistet werden, so die Argumentation.
Grund genug eben diese Beratungsqualität zu testen und in verdeckten Testkäufen zu erleben und erforschen.
Dazu wurden in einer Vollerhebung 73 Apotheken in der Ulmer Innenstadt und im Alb-Donau-Kreis mit je 3 verschiedenen Testszenarien besucht.
Folgende Fragestellungen waren dabei besonders interessant:
- Inwieweit halten sich die Apotheker an die Vorgaben der Bundesapothekerkammer bei der Erfassung der jeweiligen Beschwerden und Krankengeschichte (Anamnese) des Kunden/Patienten?
- Benötigen Sie Hilfestellungen um z.B. Wechselwirkungen zu erkennen?
- Wie umfassend werden Einnahmehinweise zu den abgegebenen Medikamenten gegeben?
- Wie geeignet ist die pharmazeutische Empfehlung, die sie letztlich aussprechen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Eignung der Empfehlung und der Beratungsleistung?
- Welche Apotheken taten sich im Hinblick auf die Beratungsleistung besonders hervor?
- Gibt es Unterschiede in der Beratungsqualität zwischen Stadt- und Landapotheken?
- Gibt es Unterschiede in der Beratungsleistung zwischen Kunden/Patienten mit konkreten Produktwünschen und solchen mit reinen Symptomschilderungen?
Die vorliegende Untersuchung zeichnet ein und umfassendes Bild der Beratungsqualität und -kompetenz der Apotheker und Apothekerinnen im Raum Ulm und liefert damit wertvolle Hinweise zu Verbesserungspotenzialen im bestehenden guten System. Zum einen für die Apotheker selbst, zum anderen für alle weiteren Systembeteiligten, v.a. in den Bereichen der Aus- und Fortbildung sowie der Qualitätssicherung.
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