Die vorliegende Studie IZH5 basiert auf einer Befragung von 315 Mitarbeitern von Unternehmen, die ihre Produkte über das Internet vertreiben. Die Befragung wurde online durchgeführt und fand von August bis Oktober 2009 statt. Die folgenden zentralen Ergebnisse fassen den Inhalt der Studie zusammen:
Die meisten befragten Unternehmen bieten physische Güter an, lediglich 22 Prozent vertreiben digitale Güter. Knapp zehn Prozent der Teilnehmer planen allerdings, im Jahr 2010 mit dem Vertrieb digitaler Güter zu beginnen.
Nach wie vor dominieren klassische Bezahlverfahren wie Überweisung (auf Rechnung nach der Lieferung oder als Vorkasse), Lastschrift und Bargeld bei Lieferung (Nachnahme) die Zahlungsströme im E-Commerce. Auch die Zahlung per Kreditkarte erreicht unter den befragten Händlern erstmals eine Verbreitung von über 50 Prozent.
Neue, innovative Verfahren wie PayPal, Sofortüberweisung.de, Giropay und ClickandBuy holen jedoch auf und verzeichnen einen deutlichen Zuwachs an Marktanteilen.
Durchschnittlich bieten die Händler 4,4 Zahlungsverfahren an. Dennoch ist weder eine Sättigung noch eine weitere Konsolidierung absehbar: Die befragten Händler planen, bis Ende 2010 im Durchschnitt 1,8 neue Zahlungsverfahren einzuführen. Dabei profitieren vor allem die speziellen Internet-Zahlungsverfahren sowie die Kreditkarte.
Gemessen in Prozent vom Umsatz kommt die Überweisung (Rechnung/Vorauskasse) bei den beteiligten Händlern auf einen Anteil von über 50 Prozent. Die Verfahren Paypal, Kreditkarte, Lastschrift und Nachnahme verzeichnen Marktanteile zwischen fünf und zwölf Prozent. Erstmals erreichen auch die Internet-Zahlungsverfahren Sofortüberweisung.de und ClickandBuy einen Marktanteil von über einem Prozent. Alle übrigen Verfahren liegen darunter.
Aus der Sicht des Handels ist die Vorkasse das mit Abstand bestbewertete Verfahren. Bei der Bewertung der Kundenfreundlichkeit von Zahlungsverfahren gibt es eine breite Streuung. Das Idealverfahren, das allen gerecht wird, scheint es nicht zu geben.
Die wichtigsten Eigenschaften eines Zahlungsverfahrens sind: Sicherheit, Kosten und Kundenfreundlichkeit. Die Verbindung von Zahlungsverfahren mit weiteren Services ist dem Handel im Durchschnitt weniger wichtig.
Die Händler sind der Überzeugung, dass sich durch den Einsatz neuer Zahlungsverfahren (zusätzlich zu den klassischen Verfahren) die Umsätze m ECommerce
erhöhen lassen – bei einigen Verfahren um mehr als 10 Prozent. Die Einführung eines Internet-Zahlungsverfahrens kann laut der Schätzung der befragten
Händler zu erheblichen Steigerungen des Neukundenanteils von bis zu 18,7 Prozent führen. Darüber hinaus kann die Integration eines Internet- Zahlungsverfahrens als Instrument dienen, Transaktionsabbrüche zu reduzieren.
Erfreulich ist der Trend bei den Ausfällen. Diese sind im Vergleich zu den vergangenen Jahren signifikant zurückgegangen. Bei 74 Prozent der befragten Händler betragen die Ausfälle bis zu einem Prozent des Umsatzes. 2007 lag dieser Anteil bei nur 62 Prozent. Der Rückgang der Ausfälle scheint jedoch nur bedingt auf verbessertem Risikomanagement zu beruhen, denn insgesamt wird Risikomanagement von vielen Händlern nur oberflächlich oder überhaupt nicht betrieben.
Ein kleiner Teil der Händler setzt auf Zusatzgebühren bzw. Rabatte, um Kostenunterschiede bei Zahlungsverfahren an die Kunden weiterzugeben und diese zu
ermuntern, günstigere Zahlungsinstrumente zu wählen.
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