Die unbegrenzten Möglichkeiten des Internets werden von den 6- bis 16-jährigen Kids bei weitem nicht ausgenutzt – im Durchschnitt werden nur 5,9 Seiten regelmäßig besucht. Dies ist das Ergebnis der aktuellen, deutschlandweit repräsentativen Studie „Die Lieblings-Websites der Kids – Entstehung, Zusammensetzung und Entwicklung des Relevant Set im Internet“.
Dabei steigt die Anzahl der regelmäßig genutzten Websites im Altersverlauf von nur durchschnittlich 4,1 bei den 1./2.-Klässlern bis auf 7,5 bei den 9./10.-Klässlern an, wobei dieser Zuwachs vor allem auf die Nutzung von zusätzlichen Website-Genres und weiteren Online-Aktivitäten zurückzuführen ist. Die Schule ist inzwischen ein entscheidender Treiber der Internetnutzung – 85% der Befragten nutzen das Internet zur Recherche für die Schularbeit.
Quer durch alle Altersgruppen ist eine klare Zweiteilung der Nutzung von Internetseiten zu erkennen: Auf der einen Seite stehen Websites mit hohem emotionalen Nutzen (Videos, Spiele, Communities/Kommunikation), die in den jeweiligen Altersgruppen fast jedes Mal und ausgiebig genutzt werden. Auf der anderen Seite stehen Websites mit eher rational-pragmatischem Nutzen, also vor allem informative Websites zu allen möglichen Themen (z.B. Schulinformationen oder Marken-Websites). Diese Websites werden nicht so häufig angesteuert und auch vergleichsweise schnell wieder verlassen.
Entsprechend liegen bei den Lieblings-Websites klar die Websites mit emotionalem Nutzen vorne: Die Video-Website YouTube liegt quer durch die Altersgruppen auf den vorderen Plätzen, während sich ansonsten im Altersverlauf das Gewicht von Spiele-Websites wie SpielAffe und TOGGO hin zu Communities wie schülerVZ und Facebook verschiebt. Es zeigt sich aber, dass jeder sein eigenes Relevant Set aus individuell sehr unterschiedlichen Websites besitzt – über alle 1.014 Befragten werden insgesamt 864 verschiedene Websites genutzt.
Der Weg in das Relevant Set führt vor allem über Mundpropaganda: 88% der befragten Kinder und Jugendlichen haben schon eine Website an Freunde weiterempfohlen. Die jüngeren User erfahren von neuen Seiten überwiegend von ihren Eltern. Um aber „Talk of the Town“ zu werden, müssen zunächst „primäre Informationsquellen“ genutzt werden. Hierbei sollten alle Möglichkeiten der crossmedialen Kommunikation ausgeschöpft werden. Die Jüngeren können dabei eher „offline“, die Älteren und die Eltern auch über das Internet mit gutem Online-Marketing erreicht werden. Das "Andocken" an eine der etablierten Internet-Plattformen ist dabei ein probates Mittel.
Report HighlightsDie vorliegende Studie besteht aus zwei Teilstudien mit unterschiedlichen Zielsetzungen:
• In einer qualitativen Pilotstudie mit Gruppendiskussionen ging es darum, möglichst viel über das tatsächliche, alltägliche Internetverhalten der Zielgruppe zu lernen: Welche Websites werden genutzt und warum?
• Hierzu haben die Befragten ein Internetnutzungstagebuch geführt, um dann ihre Lieblings-Websites und ihr persönliches Relevant Set im Rahmen der Gruppe diskutieren zu können.
• In der darauf aufbauenden quantitativen Online-Studie wurden die in der Pilotstudie gewonnenen Hypothesen dann auf quantitativer Basis überprüft:
- Wie nutzen die Kinder und Jugendlichen das Internet, was machen sie genau, wenn sie online sind? Welche Websites werden von ihnen besucht?
- Vertiefend für 7 ausgewählte Website-Genres: Genaue Analyse des Relevant Set (genutzte Websites, Häufigkeit der Nutzung, Informationsquellen, Bedarf an Aktualisierungen …)
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