Der Berichtsband stellt die Ergebnisse einer Online-Befragung dar, die im Auftrag von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt wurde. Für die Potenzialanalyse Wertemanagement wurden 351 Fach- und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen befragt.
Die Potenzialanalyse Wertemanagement beschäftigt sich mit den drei Dimensionen kulturelle Werte, Kundenwerte und Unternehmenswerte. Für jede Dimension wurden die Blöcke Bedeutung, Umsetzung und Weiterentwicklung untersucht.
- Kulturelle Werte: Kulturelle Werte prägen häufig die Unternehmenskultur. Auch Verhaltensstandards oder ein Ethikkodex basieren häufig auf den kulturellen Wertvorstellungen.
- Kundenwerte: Der Kundenwert zeigt auf, wie wertvoll oder profitabel ein Kunde für das Unternehmen ist.
- Unternehmenswerte: Mit Unternehmenswert ist der ökonomische Wert des Unternehmens gemeint.
Ziel der Studie war es herauszufinden, welchen Stellenwert das Thema Wertemanagement hat und inwieweit die Potenziale bereits ausgeschöpft sind.
Report HighlightsBedeutung der kulturellen Werte –Wertvorstellungen kommen in vielen Köpfen nicht an
Kulturelle Werte prägen häufig die Unternehmenskultur. Auch Verhaltensstandards oder ein Ethikkodex basieren häufig auf den kulturellen Wertvorstellungen in einem Unternehmen. Nur 44 Prozent der Befragten können spontan die kulturellen Werte ihres Unternehmens benennen, der Rest hat allenfalls davon gehört (Seite 12). Die Top-3 der genannten kulturellen Werte sind Kundenorientierung, Qualitätsbewusstsein und Zuverlässigkeit – nach außen gerichtete Werte. Nach innen gerichtete Werte, wie zum Beispiel Mitarbeiterorientierung, oder Mitarbeiterzufriedenheit, haben einen vergleichweise niedrigen Stellenwert (Seite 15). In rund einem Drittel der Unternehmen haben die Werte aus Sicht der Befragten einen großen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens, aber nur in knapp einem Fünftel der Unternehmen werden die Werte von allen Mitarbeitern gelebt. Auch das Management lebt nur in einem Fünftel der befragten Unternehmen die Werte vor und fordert diese von den Mitarbeitern ein (Seite 16) – obwohl dies für eine erfolgreiche Umsetzung ein absolutes Muss ist. Befragte, die der Aussage (eher) nicht zustimmen, dass die Werte einen großen Einfluss auf den Erfolg ihres Unternehmens haben, kennen überdurchschnittlich oft die Werte ihres Unternehmens nicht und können sich seltener vollkommen mit den Werten ihres Unternehmens identifizieren (Seiten 19 und 20).
Umsetzung der kulturellen Werte –Transparenz ist vorhanden
In einem Großteil der Unternehmen (62 Prozent) werden die Mitarbeiter mithilfe des Intranets über die kulturellen Werte informiert, in der Hälfte der Unternehmen werden die Werte außerdem schriftlich festgehalten. Kulturelle Werte sind zwar formuliert, regelmäßig eingerichtete Wiederholungen wie Schulungen, sind aber eher die Ausnahme (Seite 23). Transparenz ist demnach vorhanden, könnte aber noch verbessert werden. In 86 Prozent der Unternehmen ist die Einhaltung der offiziellen Werte und Verhaltensstandards besonders beim Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern und in 77 Prozent der Unternehmen besonders beim Umgang mit Mitarbeitern und Kollegen wichtig (Seite 24). Kulturelle Werte werden also nahezu gleichermaßen nach innen und außen gelebt.
Weiterentwicklung der kulturellen Werte –Strategie und kulturelle Werte passen zusammen
Nur ein Drittel der Unternehmen richtet sich bei inneren oder äußeren unternehmerischen Veränderungen nach ihren Werten aus, mehr als die Hälfte der Unternehmen immerhin noch teilweise. Kulturelle Werte sind also nicht Orientierungsrahmen innerhalb dessen die Mitarbeiter agieren: Hier deutet sich eine Flexibilität an, die sich pragmatisch an der jeweiligen Anforderung ausrichtet (Seite 25). Für die Weiterentwicklung, Einhaltung und Kommu- nikation der kulturellen Werte gibt es in über 60 Prozent der Unternehmen einen Verantwortlichen (Seite 28). 43 Prozent der Unternehmen, die einen Verantwortlichen für die Weiterentwicklung, Einhaltung und Kommunikation der kulturellen Werte haben, richten sich stetig bei inneren oder äußeren Veränderungen an ihren Werten aus. Ein Verantwortlicher für die Unternehmenskultur ist also keine Garantie dafür, dass bei Veränderungen die kulturellen Werte durchgängig Priorität haben (Seite 30). Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen, die sich mit der Umsetzung und der Bedeutung der kulturellen Werte beschäftigen, werden erst in rund 37 Prozent der Unternehmen durchgeführt (Seite 32). Bei der Frage danach, ob die kulturellen Werte zu den Zielen und zur Strategie des Unternehmens passen, stimmen 27 Prozent voll und ganz zu und weitere 60 Prozent stimmen dieser Aussage zu (Seite 35)
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