Aus der Zusammenarbeit zwischen der Lebensmittel Praxis und der INNOFACT AG sind in den letzten Jahren eine Reihe von Studien zu einer Vielzahl von Themen erschienen, u.a. die in diesem Jahr zum dritten mal vorgelegte Studie zu Chilled Food und die bereits zum zweiten mal erschienene Studie zu Süßwaren (ebenfalls erschienen: Fleisch, Mopro, Fisch, Pfandpflicht).
Mit der Studienreihe Scheinwerfer nehmen wir nun systematisch das Feedback unserer Leser auf und haben uns entschlossen, den Schwerpunkt von den großen, thematisch breit gefassten Studien zu verlassen und stattdessen inhaltlich sehr spitze Studien mit einer hohen Informationsdichte ohne "inhaltliche Streuverluste" anzubieten, die in hoher Frequenz erscheinen und damit immer aktuell sind.
Der Leser kann bei den Schweinwerfer-Studien schon am Titel erkennen, ob das bearbeitete Thema ihn in seinem spezifischen Umfeld interessiert. Der Vorteil: Häufig war in der Vergangenheit nur ein kleinerer Teil der umfangreichen Informationen relevant im speziellen Arbeitsbereich des Lesers. Beispielsweise dürfte einen Hersteller von Schokoriegeln nur am Rande die Markenbekanntheit bei Zuckerwaren interessieren.
Die Scheinwerfer-Studien zeigen immer den Blick des Verbrauchers und Kaufentscheiders. Für jede Studie werden 500 Verbraucher repräsentativ befragt. Damit ist die Studienreihe einzigartig und zeigt eine Perspektive, die sich aus den Zahlenreihen der etablierten Handels- und Verbraucherpanels nicht ableiten lässt. Alle Schweinwerfer-Studien lassen sich auf denselben inhaltlichen Kern reduzieren, nämlich die genaue Beschreibung der Kaufentscheidungsprozesse. Dieser inhaltliche Kern ist gleichermaßen interessant für den Handel wie auch für die Markenartikelindustrie.
Die vorliegende Studie ist die Fortsetzung von zwei Studien zum gleichen Thema aus 2003 und 2004. Alle Ergebnisse können also in einer nunmehr knapp dreijährigen Zeitreihe interpretiert werden. Auf diese Weise können nicht nur Aussagen über den momentanten Status gemacht werden, sondern auch, inwieweit es in den vergangenen Jahren eine Entwicklung gab.
Das europäische Ausland zeigt, welche Entwicklungsmöglichkeiten es für Chilled Food in Deutschland geben könnte. Der große Erfolg einzelner Sortimente zeigt, dass die deutschen Konsumenten durchaus bereit sind, Neues auszuprobieren und ihre Einkaufsgewohnheiten behutsam zu verändern. Gegen den großen Durchbruch von Chilled Food im Handel steht jedoch momentan vor allem das allgemein schlechte Konsumklima und eine unverändert hohe Preissensitivtät besonders im Lebensmittelbereich. Darüber hinaus zeigt sich, dass die Konsumenten dem Handel gerade bei einem sensiblen Sortiment wie Chilled Food mit ihren engen Haltbarkeiten und hohen Anforderungen an Lagerung und Präsentation am P.o.S. mit einer recht hohen Skepsis begegnen (Mehr dazu bspw. auf S 21).
Interessant ist auch die nun seit mehreren Jahren stabile Beobachtung, dass die Konsumenten zwar vermehrt Chilled Food kaufen, aber keine klare Vorstellung davon haben, dass sie hier auf eine komplett neue Sortimentswelt mit eigenen Regeln treffen. Beispielsweise ist die Diskussion über die Unterschiede zwischen Chilled Food und Tiefkühlkost vermutlich eher eine akademische Diskussion bei Herstellern und Handel. Der Kunde konsumiert unbeschadet davon beherzt Lebensmittel, die seinen Speiseplan bereichern, ihm conveniente kulinarische Erlebnisse verschaffen und ihn in neue Geschmackswelten einführen.
Die Studie ist eine Konsumentenstudie. Das bedeutet, dass wir naturgemäß nicht auf den Außer-Haus-Markt für Chilled Food eingehen.
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